Was die Bindegewebsmassage alles kann

Vielen ist die besondere Wirkung einer Bindegewebsmassage bekannt: Sie strafft das Gewebe und löst Verklebungen. Das ist aber noch längst nicht alles, was diese Massage-Technik zu bieten hat.

Peter B. freut sich auf seinen Massagetermin: Sein Rücken schmerzt und er sehnt sich nach Entspannung. Durch seinen sitzenden Beruf und zu wenig Bewegung, hat Peter B. mit seinem Rücken zu kämpfen. Seit 5 Wochen nimmt er regelmäßig Massagetermine wahr. Die Empfehlung, sich mehr zu bewegen, hat Peter ebenfalls beherzigt und eine Besserung ist bereits spürbar. Bisher wurde die Muskulatur mit der klassischen Rückenmassage gelockert - zeitweise schmerzt der Rücken aber wieder mehr, so wie heute.

Während der Begutachtung im OÖ Fachinstitut erzählt er von seiner leichten körperlichen Abgeschlagenheit. Um sich ein Bild von den Spannungsverhältnissen zu machen, wird der Rücken von Peter B. begutachtet - und zwar im Sitzen mit stark durchgedrücktem Rücken. Um nicht nur die Muskulatur zu entspannen, sondern auch mögliche Funktionsstörungen an den Organen zu verbessern, fällt die Entscheidung auf eine Bindegewebsmassage. Diese Massagemethode sorgt für einen muskulären Spannungsausgleich und aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Die Durchführung und Wirksamkeit der Bindegewebsmassage

Die Bindegewebsmassage wird hauptsächlich am Rücken und rund um die Gelenke durchgeführt. Ziel ist es, Spannungsverhältnisse zu normalisieren. Unter- und Überspannungen im Rückenbereich werden ausgeglichen.

Bei der Stimulation wird mit einer oder zwei Fingerkuppen (Mittelfinger und Ringfinger) am Bindegewebe ein Zugreiz gesetzt. Die Massage wirkt segmental-reflektorisch, das heißt, sie hat nicht nur Einfluss auf die Gewebeschichten unserer Haut, sondern auch auf unsere Organe, Nerven, Knochen, Sehnen, Bänder und Muskeln. Es wird Einfluss auf vegetative Regulationsmechanismen genommen, dadurch werden die Selbstheilungskräfte aktiviert.

Die Massage wird auf trockener Haut, also ohne Zusatzprodukte, wie Öl oder Cremen durchgeführt. Durch den Zugreiz, vor allem bei Verklebungen im Gewebe, kann diese Technik mehr oder weniger schmerzhaft sein. Die Intensität wird aber im Regelfall individuell dosiert. Nach der Behandlung kann es durch die vermehrte Durchblutung der Haut zu Rötungen kommen, diese klingen aber meist schnell wieder ab.

Als Erstbehandlung ist eine Bindegewebsmassage nicht zu empfehlen, da diese schmerzhaft sein kann. Wenn Kundin oder Kunde aber an Massagen gewöhnt ist und Masseurin oder Masseur die Sensibilität des Körpers kennt, kann man diese Behandlung blockweise (vier bis acht Behandlungen) in Anspruch nehmen. Durch das Variieren der Behandlungsarten wird der Körper immer wieder neu stimuliert und die Regeneration optimal unterstützt.

Wann wird eine Bindegewebsmassage empfohlen?

  • Indikationen: extreme Gewebsverklebungen, Arthrosen, Atemwegserkrankungen, Beschwerden im Verdauungsbereich, Migräne, Stress
  • Kontraindikationen: Bei akuten Entzündungen sowie Infekten wird von einer Bindegewebsmassage abgeraten.

Für alle weiteren Fragen oder eine individuelle Beratung stehen Ihnen die Expertinnen und Experten der OÖ Fachinstitute jederzeit gerne zur Verfügung.

Sie haben noch Anregungen? Die Blogredaktion der Innung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure der WKOÖ freut sich über jede Rückmeldung unter: fkm@wkooe.at


© 2022 WKO Landesinnung