Nie wieder Nägel beißen: dank Maniküre und Nageldesign

Fingernägelkauen – für viele eine kleine lästige Angewohnheit. Für manche aber ist es eine echte Qual. Letztere können nicht aufhören, an den Nägeln zu knabbern und die umliegende Haut abzubeißen, bis sie blutet. Betroffene schämen sich meist für den Zustand ihrer Nägel und Hände und verstecken sie vielfach. Ein Problem, bei dem die oberösterreichischen NagedesignerInnen Unterstützung anbieten.

Nägelbeißen – eine Angewohnheit, die viele plagt

Viele Kinder und Jugendliche kauen oder beißen an ihren Fingernägeln. Der Fachausdruck dafür lautet Onychophagie und leitet sich von den griechischen Wörtern onychos = Nagel und phagein = kauen ab. Die Hände der Betroffenen wandern ab dem dritten oder vierten Lebensjahr ganz unbewusst zum Mund und sie knabbern mit den Zähnen an den Fingernägeln, kürzen sie und beißen manchmal auch die Nagelhaut rundherum mit ab. Experten gehen davon aus, dass etwa 30 von 100 Kindern und 45 von 100 Jugendlichen an ihren Fingernägeln knabbern. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine nervöse Angewohnheit, die sich nach einer Weile von selbst legt. In manchen Fällen wird das Nägelkauen jedoch chronisch und nimmt ungesunde Ausmaße an.

Die Nebenwirkungen der Beißattacken

Für Personen, die nur hin und wieder an den Fingernägeln kauen, ist dies vor allem ein kosmetisches Problem. Schließlich sehen abgeknabberte Nägel unschön und ungepflegt aus. Wenn das Nägelkauen jedoch häufig und unkontrolliert passiert, kann dies durchaus zu Komplikationen und gesundheitlichen Problemen führen.

Mögliche Folgen von exzessivem Nägelkauen sind unter anderem:

  • eine dauerhafte Schädigung des Nagels und der Nagelhaut,
  • Nagelbettentzündungen,
  • Zahnfleischentzündungen und
  • Zahnprobleme sowie Zahnfehlstellungen.

Auch Knochenmarksentzündungen (sog. Osteomyelitis) und Beschwerden der Kaumuskulatur oder des Kiefergelenks (sog. kraniomandibuläre Dysfunktion) können durch sehr starkes Nägelkauen auftreten.

Fingernägelkauen kann aber nicht nur körperliche Beschwerden mit sich bringen, sondern auch psychische Probleme, wie Nageldesignerin Sabrina Postmann aus Erfahrung weiß: „Betroffene schämen sich für ihre abgeknabberten Nägel, die beschädigte Nagelhaut und die unansehnlichen Hände. Genauso wie sie sich dafür schämen, dass sie nicht aufhören können, an den Nägeln zu kauen. Dies kann dazu führen, dass sie sich zurückziehen, ihre Hände nicht zeigen wollen und deshalb ihre sozialen Kontakte sehr weit einschränken.“

Bewusst zu schönen Nägeln

Vorweg gleich die gute Nachricht: Nägelkauen ist eine Angewohnheit, die man sich auch wieder abgewöhnen kann. Bei leichtem Nägelkauen helfen verschiedene Tipps:

  • Freunde bitten, einen darauf aufmerksam zu machen, wenn man am Kauen ist
  • Kaugummis, Bonbons oder Obst als Ersatz wählen
  • Bitteren Nagellack auftragen
  • Künstliche Nägel – denn diese können nicht angeknabbert werden und schützen den darunter liegenden Nagel

Bei starkem Nägelkauen, bei dem diese Tipps nicht helfen, lohnt es sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gerade wenn das Nägelkauen in Zusammenhang mit einem psychischen Problem steht, sollte dieses behandelt werden.

Nägel wachsen lassen – Nageldesignerinnen helfen

Die oberösterreichischen Nageldesignerinnen unterstützen Betroffene, sodass das Nägelkauen der Vergangenheit angehört. Zunächst wird die Nagelhaut gekürzt, sodass nichts einreißen kann. Auch die Nägel selbst werden kurz geschnitten, damit sich den Betroffenen weniger „Angriffsfläche“ zum Kauen bietet. „Wurden die Nägel durch eine professionelle Maniküre in Form gebracht, so erleben wir oft Folgendes: Kundinnen und Kunden sind weniger dazu verleitet, ihre Nägel zu beißen, da sie ja Zeit und Geld investiert haben, um sie von uns schön machen zu lassen. Sie wollen sich möglichst lange am Ergebnis erfreuen und achten vermehrt darauf, nicht zu kauen“, berichtet Sabrina Postmann aus ihrem Arbeitsalltag.

Personen, denen diese Tricks nicht geholfen haben, rät sie zu künstlichen Nägeln. Die Möglichkeit, an den eigenen Nägeln zu kauen, ist damit nicht mehr gegeben und der darunter liegende Nagel kann normal herauswachsen. Eine Technik, die sich für viele „Nägelbeißer“ als besonders erfolgreich herausgestellt hat.

Wer glaubt, dass sich diese Methode nur für Frauen anbietet, der irrt. Denn auch Männer können – wenn sie gegen die lästige Angewohnheit ankämpfen möchten – auf künstliche Nägel setzen. „Männer können sich mit dem Gedanken, für die Dauer der Abgewöhnung Kunstnägel zu tragen, nur ganz schwer anfreunden. Doch das muss nicht sein – hier besteht kein Grund zur Sorge oder zu falscher Scham. Denn ein künstlicher Nagel ist – ohne Farbe, ohne Glanz und professionell angebracht – für den Laien nicht von einem Naturnagel zu unterscheiden. Niemand außer den Betroffenen selbst und der behandelnden Expertin erfährt davon“, ermutigt Sabrina Postmann vor allem Männer dazu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Nägelbeißen – Männer und Frauen gleichermaßen betroffen

Nägelkauen ist kein geschlechterspezifisches Phänomen: Männer und Frauen tun es gleich häufig. Doch die Art und Weise, wie sie das tun, unterscheidet sie laut Studien voneinander. Männer knabbern nämlich ganz bewusst an den Nägeln: Sie unterbrechen andere Handlungen, um die Nägel mit den Zähnen zu „maniküren“ – wohl wissend, dass sie ihren Händen damit eher schaden, als sie zu pflegen. Frauen kauen hingegen unbewusst und ganz nebenbei an den Nägeln – beim Fernsehen, Lesen oder in der Schule beim Lösen kniffliger Aufgaben. Starke Beißer bemerken dies oft erst, wenn die Nagelhaut zu bluten beginnt.

Übrigens: Geht es ums Nägelbeißen, so gibt es meist keine Präferenz für einen bestimmten Finger. Betroffene, die in der Kindheit oder Jugend an den Fingernägeln geknabbert haben, „ersetzen“ diese Angewohnheit als Erwachsene oft durch andere, zum Beispiel durch Rauchen oder dadurch, dass sie viel Kaugummi kauen oder an Stiften knabbern.

Für alle weiteren Fragen oder eine individuelle Beratung stehen Ihnen die Experten und Expertinnen der oö. Fachinstitute jederzeit gerne zur Verfügung.

Sie haben noch Anregungen? Die Blogredaktion der Innung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure der WKOÖ freut sich über Rückmeldungen unter: fkm@wkooe.at


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